Hallo
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Das Jeckespill 2022 fällt aus! Auch in dieser Session wird es keine Weetschaffssitzungen geben

Die Ausbreitung der Omikron-Variante des Corona-Virus, die damit verbundene Verunsicherung sowie die Unklarheit darüber, wie der politische Entscheidungsprozess im Umgang mit der Pandemie weitergeht, haben uns dazu gebracht, das Jeckespill ein weiteres Mal ausfallen zu lassen. Wir sagen alle Weetschaffssitzungen in der aktuellen Session ab.

 

Wir haben uns die Entscheidung sehr schwer gemacht, lange gezögert, viel diskutiert und hin und her überlegt, ob wir uns dem Apell zum "freiwilligen Verzicht" des offiziellen Karnevals und des NRW-Ministerpräsidenten anschließen wollen. Dass wir nun absagen, ist für uns sehr schmerzlich. Doch in der aktuellen Lage, die von vielen Faktoren bestimmt wird, haben wir keine andere Möglichkeit mehr gesehen - auch wenn wir das Vorgehen, das die Verantwortlichen im Umgang mit dem Fastelovend gewählt haben, kritisieren, weil es allen Veranstaltern im Karneval nicht nur sehr viel (unbezahlte) Arbeit sondern auch ein großes wirtschaftliches Risiko beschert.

 

Wir hoffen auf Euer Verständnis und setzen darauf, dass es doch die ein oder andere Gelegenheit gibt, gemeinsam Karneval zu feiern. Digitale Formate sind kein Ersatz für ein Fest, das von der Gemeinschaft lebt. Wir bleiben dabei: Mit Trübsinn und Angst sollte man keine Krise bekämpfen. Es braucht stattdessen Freude und Energie, Zusammenhalt und Gemeinschaft, Mut und Eigenverantwortung. Dafür werden wir weiter werben und streiten. 

 

Und so geht es jetzt für alle, die Karten gekauft haben, weiter: 

Alle  die über Ticket.io Karten gekauft haben, bekommen in den nächsten Tagen elektronische Post unserers Vorverkaufspartners. Weil im Moment so vieles abgesagt und verlegt wird, kann es etwas dauern. Ticket.io informiert Euch über das Verfahren zur Rückerstattung der Tickets. Wer seine Tickets im "Alten Brauhaus" gekauft hat, bekommt sein Geld dort zurück. 

 

Ticket.io wird allen Kartenkäuferinnen und Käufern auch anbieten, das ausgegebene Geld an uns zu "spenden". Leider kann man nur auf den gesamten Betrag verzichten, was bei einigen, die mehrere Karten bezahlt haben, ja viel zu große Summen sind, um sie nicht zurückzuverlangen. Niemand soll sich zu irgendwas verpflichtet fühlen. Ticket.io erstattet zunächst nur den reinen Kartenpreis und nicht die bezahlten Gebühren. Auf Wunsch gibts - auf unsere Kosten - alles zurück.

Und wie geht es für uns weiter?

Keine Ahnung, wäre die ehrliche Antwort. Auch wir haben unsere Veranstaltungen beim Hilfsfonds des Bundes registriert, auf den zur Zeit alle verweisen. Die Verantwortlichen des offiziellen Karnevals und die Künstleragenturn haben hier eine große Erwartungshaltung geschaffen und sehr viel Druck aufgebaut. Es ist gut, dass den Künstlern, Musikern und Technikern endlich Geld in Aussicht gestellt worden ist. Ob alles funktioniert, wird sich zeigen. Das Antragsverfahren ist aufwendig und zeitintensiv. Die Arbeit bleibt an Veranstaltern wie uns hängen - mit der Aussicht am Ende "zur Belohung" auch noch draufzahlen zu müssen. Die Spielregeln des Hilfsfonds sind für den Karneval nicht tauglich und es ist mehr als kritikwürdig, dass diejenigen, die seit Wochen auf "freiwillige Absagen" drängen, nicht dafür gesorgt haben, dass sie geändert werden. Der größte Haken: Alle Vertragspartner können die vereinbarten Gagen und Honorare zu 100 Prozent in Rechnung stellen. Das Geld muss von Karnevalsvereinen und Veranstaltern ausgezahlt werden. Erstattet werden vom Fonds jedoch höchstens 90 Prozent der Kosten. Wo die verbleibenden zehn Prozent herkommen sollen, ist völlig schleierhaft. 

 

Sitzen bleiben wir auch auf den Refundierungsgebühren bei der Erstattung der online gekauften Tickets. Außerdem müssen wir die Vorverkaufsgebühren übernehmen, wenn Kunden sie bei Ticket.io zurückverlangen. Es ist zur Zeit überhaupt nicht einzuschätzen, welche Summe da auf uns am Ende zu kommt. Irgendwann wissen wir mehr. Dann können wir auch sagen, wie es mit uns weiter geht... 

So viele tolle und jecke Menschen haben in den vergangenen Jahren beim Jeckespill mitgemacht. Dieter Schmitz alias Schmalbedaach hat uns dieses tolle Bild gemalt. Ein Wimmelbild mit vielen, die bei mehreren Abenden in den letzten Jahren dabei waren. Einige von ihnen werden auch in der kommenden Session mitfeiern - wenn man uns denn auf die Bühnen lässt... Danke lieber Dieter! Und alle dürfen mitsuchen und raten, wer hier im rappelvollen Jeckespill-Kahn Platz genommen hat...

Von Entscheidungen auf Landesebene überrascht: Was heißt Eigenverantwortung? Unsere Einschätzung nach der gemeinsamen PK von Ministerpräsident Wüst und Christoph Kuckelkorn im Dezember 2021:

Wir haben die aktuellen Entwicklungen auf Landesebene zum Fastelovend 2022 mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Besonders erstaunt hat uns die Begründung des Festkomitees, das eine freiwillige Absage des Sitzungskarnevals verkündet und dabei mit "Eigenverantwortung" argumentiert. Natürlich haben wir als "Jeckespill"-Team immer in eigener Verantwortung entschieden, was wir tun wollen und was nicht, solange der gesetzliche Rahmen Dinge ermöglicht. Und das tut auch unser Publikum, wenn es sich dafür entscheidet, Karten zu kaufen. Wenn das Land meint, dass es nötig ist, den gesetzlichen Rahmen zu verschärfen, soll es das tun. Solange es das nicht tut, hätte es möglich sein müssen, dass jeder weiter eigenverantwortlich auslotet und prüft, was er oder sie in dieser Session tun und lassen will. Alle, die Karten fürs Jeckespill gekauft haben, haben genau das getan.

 

Es gibt viele Möglichkeiten, verantwortungsbewusst auf die Anforderungen einer Pandemie zu reagieren. Wir haben uns impfen lassen, wir haben alle möglichen Regeln - auch wenn sie uns noch so unsinnig erschienen - mitgemacht. Wir haben uns mit den Ungeimpften zanken müssen, als 2G eingeführt wurde. MIt 2G-plus sind wir noch einen Schritt weiter gegangen und haben zugesagt, das alles streng zu kontollieren - und nun sollen wir „freiwillig“ absagen? Es ist eine bizarre Situation: Wer sich ans Gesetz hält, sieht sich Kritik ausgesetzt. Wer Veranstaltungen im Rahmen der Corona-Schutzverordnung organisiert, wird in die Rolle eines angeblich unverantwortlich handelnden Rebellen gedrängt - auch wenn er das garnicht will. 
 
Das Festkomitee verweist auf den Sonderfonds des Bundes zum „Neustart Kultur“. Der soll nun einspringen und bezahlen. Und nur weil dieser erklärt hat, das auch bei freiwilligen Absagen zu tun, steht die Tür nun offen für diese falsche Vorgabe der Karnevalsoffiziellen. Geht es denen, die kürzlich einmal mehr heftig auf Düsseldorf geschimpft haben, auch „nur“ ums Geld? Der Sonderfonds ermöglicht verschiedene Unterstützungen. Man muss nicht absagen, um Zuschüsse zu bekommen. Der Fonds soll einen „Kulturneustart“ absichern - und nicht bleierne Schwere finanzieren, die Kreativität, Lebenslust und Fastelovend erdrückt. Krisen bewältigt man nicht mit Trübsinn und Angst, sondern mit Zuversicht und Mut.

Nix verpassen: Besucht uns auch mal bei Fatzebuck:

Mit Dank an unseren Sponsor:

Tolle Jubiläumssession: 11 Jahre Jeckespill

Es war eine wunderbare Jubliäumstour! In der Session 2020 wurde die Weetschaffssitzung Jeckespill 11 Jahre alt. Und wir haben kräftig gefeiert - mit unserem tollen Publikum und vielen Gästen - vor einem Aschermittwoch, mit dem sich im Rückblick Veränderungen verbinden, die sich niemand zuvor vorstellen konnte. Bilder aus vergangenen Zeiten:

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