Hallo
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Erste Ausgleichszahlungen nach den Absagen in der Pandemie

Die Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen. Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen, bei dem wir Zuschüsse und eine Ausfallabsicherungen in Zeiten der Pandemie beantragt hatten, hat für die ersten der ausgefallenen Jeckespill-Sitzungen Wort gehalten. 90 Prozent der nachweisbaren Kosten wurden erstattet, sodass wir alle Künstler und unsere Techniker trotz der Corona bedingten Absagen bezahlen können. 

Das Antragsverfahren war und ist aufwendig und sehr zeitintensiv. Aber das wichtigste bleibt: Die versprochene Hilfe des Staates ist angekommen. Die befürchtete Debatte darüber, ob das, was wir in der Karnevalszeit machen, Kultur ist, mussten wir bislang nicht führen - obwohl das Geld des Fonds im fernen Hamburg vewaltet wird. Dafür können wir uns nur ganz herzlich - auch im Namen aller Künstler - bedanken.

So viele tolle und jecke Menschen haben in den vergangenen Jahren beim Jeckespill mitgemacht. Dieter Schmitz alias Schmalbedaach hat uns dieses tolle Bild gemalt. Ein Wimmelbild mit vielen, die bei mehreren Abenden in den letzten Jahren dabei waren. Einige von ihnen werden auch in der kommenden Session mitfeiern - wenn man uns denn auf die Bühnen lässt... Danke lieber Dieter! Und alle dürfen mitsuchen und raten, wer hier im rappelvollen Jeckespill-Kahn Platz genommen hat...

Das Jeckespill 2022 fällt aus! Auch in dieser Session wird es keine Weetschaffssitzungen geben 

Die Ausbreitung der Omikron-Variante des Corona-Virus, die damit verbundene Verunsicherung sowie die Unklarheit darüber, wie der politische Entscheidungsprozess im Umgang mit der Pandemie weitergeht, haben uns Ende Dezember dazu gebracht, das Jeckespill ein weiteres Mal ausfallen zu lassen. Wir haben alle Weetschaffssitzungen in der aktuellen Session abgesagt. Jetzt im Februar stellt sich die Lage anders dar, aber das war leider im Dezember nicht absehbar.

 

Wir haben uns die Entscheidung sehr schwer gemacht, lange gezögert, viel diskutiert und hin und her überlegt, ob wir uns dem Apell zum "freiwilligen Verzicht" des offiziellen Karnevals und des NRW-Ministerpräsidenten anschließen wollen. Die Absage war für uns sehr schmerzlich. Doch in der  Lage Dezember/Anfang Januar, die von vielen Faktoren bestimmt wird, haben wir keine andere Möglichkeit mehr gesehen - auch wenn wir das Vorgehen, das die Verantwortlichen im Umgang mit dem Fastelovend gewählt haben, schon damals kritisierten, weil es allen Veranstaltern im Karneval nicht nur sehr viel (unbezahlte) Arbeit sondern auch ein großes wirtschaftliches Risiko beschert.

 

Wir hoffen auf Euer Verständnis und setzen darauf, dass es doch die ein oder andere Gelegenheit gibt, gemeinsam Karneval zu feiern - zum Beispiel beim mittlerweile ausverkauften Abend "Jeckespill - Die Extrawoosch" am Mittwoch vor Weiberfastnacht in der Wagenhalle der Comedia. Digitale Formate sind kein Ersatz für ein Fest, das von der Gemeinschaft lebt. Wir waren immer der Meinung: Mit Trübsinn und Angst sollte man keine Krise bekämpfen. Es braucht stattdessen Freude und Energie, Zusammenhalt und Gemeinschaft, Mut und Eigenverantwortung. Dafür werden wir weiter werben und streiten. 

 

 

Von Entscheidungen auf Landesebene überrascht: Was heißt Eigenverantwortung? Unsere Einschätzung nach der gemeinsamen PK von Ministerpräsident Wüst und Christoph Kuckelkorn im Dezember 2021:

Wir haben die aktuellen Entwicklungen auf Landesebene zum Fastelovend 2022 mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Besonders erstaunt hat uns die Begründung des Festkomitees, dass eine freiwillige Absage des Sitzungskarnevals verkündet und dabei mit "Eigenverantwortung" argumentiert. Natürlich haben wir als "Jeckespill"-Team immer in eigener Verantwortung entschieden, was wir tun wollen und was nicht, solange der gesetzliche Rahmen Dinge ermöglicht. Und das tut auch unser Publikum, wenn es sich dafür entscheidet, Karten zu kaufen. Wenn das Land meint, dass es nötig ist, den gesetzlichen Rahmen zu verschärfen, soll es das tun. Solange es das nicht tut, hätte es möglich sein müssen, dass jeder weiter eigenverantwortlich auslotet und prüft, was er oder sie in dieser Session tun und lassen will. Alle, die Karten fürs Jeckespill gekauft haben, haben genau das getan.

 

Es gibt viele Möglichkeiten, verantwortungsbewusst auf die Anforderungen einer Pandemie zu reagieren. Wir haben uns impfen lassen, wir haben alle möglichen Regeln - auch wenn sie uns noch so unsinnig erschienen - mitgemacht. Wir haben uns mit den Ungeimpften zanken müssen, als 2G eingeführt wurde. Mit 2G-plus sind wir noch einen Schritt weiter gegangen und haben zugesagt, das alles streng zu kontollieren - und nun sollen wir „freiwillig“ absagen? Es ist eine bizarre Situation: Wer sich ans Gesetz hält, sieht sich Kritik ausgesetzt. Wer Veranstaltungen im Rahmen der Corona-Schutzverordnung organisiert, wird in die Rolle eines angeblich unverantwortlich handelnden Rebellen gedrängt - auch wenn er das garnicht will. 
 
Das Festkomitee verweist auf den Sonderfonds des Bundes zum „Neustart Kultur“. Der soll nun einspringen und bezahlen. Und nur weil dieser erklärt hat, das auch bei freiwilligen Absagen zu tun, steht die Tür nun offen für diese falsche Vorgabe der Karnevalsoffiziellen. Geht es denen, die kürzlich einmal mehr heftig auf Düsseldorf geschimpft haben, auch „nur“ ums Geld? Der Sonderfonds ermöglicht verschiedene Unterstützungen. Man muss nicht absagen, um Zuschüsse zu bekommen. Der Fonds soll einen „Kulturneustart“ absichern - und nicht bleierne Schwere finanzieren, die Kreativität, Lebenslust und Fastelovend erdrückt. Krisen bewältigt man nicht mit Trübsinn und Angst, sondern mit Zuversicht und Mut.

Nix verpassen: Besucht uns auch mal bei Fatzebuck:

Mit Dank an unseren Sponsor:

Tolle Jubiläumssession: 11 Jahre Jeckespill

Es war eine wunderbare Jubliäumstour! In der Session 2020 wurde die Weetschaffssitzung Jeckespill 11 Jahre alt. Und wir haben kräftig gefeiert - mit unserem tollen Publikum und vielen Gästen - vor einem Aschermittwoch, mit dem sich im Rückblick Veränderungen verbinden, die sich niemand zuvor vorstellen konnte. Bilder aus vergangenen Zeiten:

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